München - Am 2. Juli beginnen die CSD Pride Weeks in diesem Jahr erstmals mit einem zweiwöchigen Programm. Die Drag Queen Sabine Maultäschle nennt sich selbst "Botschafterin der Liebe" und hatte die Idee zum aktuellen Motto "Less Me. More We". Denn das Thema Miteinander sei allen in der Pandemie besonders wichtig. Münchens Zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) sagt: "Der CSD muss unbedingt wieder auf die Straße. Gerade in diesen Zeiten ist das Bedürfnis nach Gemeinschaft groß. Außerdem muss man Solidarität auch zeigen."

Nach zwei Jahren Pandemie darf die LGBTIQ*-Community am 16./17. Juli nun wieder auf den Straßen für gleiche Rechte und Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*, inter* und queeren Menschen kämpfen. Die Solidarität gilt in diesem Jahr besonders den Menschen in Münchens ukrainischer Partnerstadt Kyjiw, insbesondere LGBTIQ*, die in der Ukraine besonders unter Putins Krieg leiden. Schon seit zehn Jahren verbindet die beiden Städte die Partnerschaft Munich Kyiv Queer.

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CSD in München: Politparade am 16. Juli

Beim CSD läuft die Gruppe mit Gästen von KyivPride, Gay Alliance Ukraine und OdessaPride sowie Geflüchteten aus der Ukraine an der Spitze der Politparade am 16. Juli. Erstmals startet die Parade in diesem Jahr um 12 Uhr am Mariahilfplatz in der Au und geht dann über die Ohlmüllerstraße, Reichenbachbrücke und Gärtnerplatz zum Alten Rathaus.

Thomas Niederbühl von der Rosa Liste ist der Meinung: "Wir haben viel zu feiern, denn wir haben viel erreicht", und immerhin sei München die größte städtisch geförderte Community. Aber trotzdem ist es laut Niederbühl wichtig, dranzubleiben. Mit dem CSD möchte er auch einen umfangreichen Aktionsplan voranbringen. Unter anderem geht es darin um Antidiskriminierungs-Schutz und Aufklärung in Schulen.

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"Die Pandemie hat viele Mitglieder der Community schwer getroffen", sagt CSD-Sprecherin Julia Bomsdorf. Sie engagiert sich für die LesCommunity und ist besorgt über die Vereinsamung vor allem älterer Menschen. "Wir freuen uns, dass wir wieder feiern können - und das sogar zwei Wochen lang!"

Parade, Konzert, Pumps Race: Vielfältiges Programm zum CSD

Patricia Schüttler von Trans-Ident ist ebenfalls im Organisationsteam des CSD. Sie ist der Meinung, dass es insbesondere für trans*-Menschen rechtlich und gesellschaftspolitisch noch viel zu erreichen gibt. "Das bekommen wir aber nur hin, wenn wir mit den Menschen da draußen untereinander solidarisch zusammenstehen", so die Trans*-Botschafterin.

Umso mehr freut sie sich über das vielfältige und bunte Programm in den nächsten beiden Wochen. Knapp 140 Organisationen haben sich für die große Politparade angemeldet. Auf dem Rindermarkt wird es einen großen Partybereich geben. Die Band Glasperlenspiel tritt auf der Hauptbühne auf und auch das traditionelle Pumps Race findet in diesem Jahr wieder statt.

Natürlich sollen aber auch die ernsten Themen nicht zu kurz kommen. Infostände in der Stadt klären über die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, Gewalt gegen LGBTIQ* und mehr auf.

In der Kaufingerstraße wird eine Kulturbühne mit Biergarten errichtet. Am Frauenplatz am Dom feiern am 16. Juli Jung und Alt in der Regenbogenfamilien-Area. Am Abend geht's dann weiter mit dem Rathaus-Clubbing.


Das ganze Programm unter: csdmuenchen.de