München - Nach der bitteren 0:3-Niederlage beim SV Waldhof Mannheim am vergangenen Sonntag rückte das Thema Aufstieg für den TSV 1860 in weite Ferne. Bei noch sieben ausstehenden Spielen betrug der Rückstand auf den Relegationsplatz sechs Punkte.

Doch seit Donnerstagmittag sind die Löwen auf einmal wieder mittendrin im Aufstiegsrennen. Stadtrivale Türkgücü München stellt mit Ende des Monats den Spielbetrieb in der 3. ein. Somit werden sämtliche Ergebnisse der Münchner aus der Wertung genommen und die Karten in der Tabelle einmal komplett neu gemischt.

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Türkgücü-Aus: 1860 ist der größte Profiteur

1860 hat gegen den Stadtrivalen in beiden Spielen lediglich einen Punkt geholt, der ihnen nun aufgrund der vorzeitigen Beendigung des Spielbetriebs bei Türkgücü abgezogen wird. Die Mitkonkurrenten um den Aufstieg haben gegen die Münchner deutlich mehr Zähler eingefahren - ihnen werden jetzt also folglich auch mehr Punkte abgezogen.

Der Tabellenzweite 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig auf Rang vier verlieren jeweils drei Punkte, da sie einmal gegen Türkgücü gesiegt haben und das Rückspiel jeweils noch nicht ausgetragen worden ist. Auch Spitzenreiter Magdeburg verliert drei Punkte, da der FC in der Hinrunde gegen die Münchner gewonnen hat. Mannheim und Osnabrück werden jeweils vier Punkte abgezogen und fallen somit wieder hinter 1860 zurück.

Dem 1. FC Saarbrücken wird sogar die Maximalausbeute von sechs Zählern abgezogen - damit rutschen sie auf Rang vier und haben nur noch einen Punkt Vorsprung auf die fünftplatzierten Sechzger.

Fazit: Nach dem Türkgücü-Aus wird der Atem der Blauen im Aufstiegsrennen nochmal richtig heiß!

Türkgücü-Aus: Gorenzel und Köllner zeigen sich respektvoll und mitfühlend. 

Groß von den Löwen: Sowohl Köllner, als auch Sport-Boss Günther Gorenzel zeigten sich respektvoll und mitfühlend. "Solche Entscheidungen will im Fußball keiner. Es tut mir vor allem leid für die Leute, die für den Verein arbeiten", sagte der 1860-Trainer auf AZ-Nachfrage.
Gorenzel schloss sich an: "Es ist in erster Linie bedauerlich für Türkgücü und für jeden Mitarbeiter dort." Der Österreicher schob allerdings auch Kritik am DFB als Träger der Dritten Liga hinterher: "Jede Entscheidung am Grünen Tisch ist schlecht für die Dritte Liga und ihr Image. Egal, ob wir Profiteur sind, oder nicht: Der DFB redet immer von einer Sorgfaltspflicht. Da muss der DFB genauer hinschauen.“

Chefcoach Köllner ergänzte schließlich noch über das Aufstiegsrennen: "Wie es Stephan Salger ja kürzlich gesagt hat: Wir sind eine Randnotiz im Aufstiegskampf." Dann betonte der 52-Jährige: "Aber wir sind immerhin noch eine Notiz, wir sind noch auf dem Zettel.“ Köllner weiter über Sechzigs Chancen im Aufstiegsrennen, das man vor allem durch eigene Siege beeinflussen müsse: "Wir haben noch eine Restchance – die hätten wir aber auch ohne den Ausschluss von Türkgücü gehabt. Wir haben noch sieben Spiele. Die müssen wir absolvieren, so gut es geht – und dann schauen wir, wofür es reicht."

Ergebnisse gegen Türkgücü München und Punktabzüge

  • 1. FC Magdeburg (4:0, 1:2); -3 Punkte
  • 1. FC Kaiserslautern (2:1); -3 Punkte
  • Eintracht Braunschweig (2:0); -3 Punkte
  • 1. FC Saarbrücken (3:1, 5:1); -6 Punkte
  • SV Waldhof Mannheim (3:0, 0:0); -4 Punkte
  • TSV 1860: (1:1, 1:2); - 1 Punkt
  • VfL Osnabrück (3:0, 1:1); -4 Punkte

Das obere Tabellendrittel ohne die Türkgücü-Spiele (Stand 24. März)

Platz Verein (Spiele, Tore) Punkte
1. 1. FC Magdeburg (29, 60:28) 63
2. 1. FC Kaiserslautern (30, 44:17) 54
3. Eintracht Braunschweig (29, 51:28) 51
4. 1. FC Saarbrücken (29, 44:34) 49
5. TSV 1860 (29, 47:38) 48
6. SV Waldhof Mannheim (29, 44:35) 48
7. VfL Osnabrück (28, 42:29) 47